06.03.2009 - 12.04.2009
Die Gruppenausstellung „Stille Welt“ vereint unterschiedliche
zeitgenössische Positionen zum traditionsreichen Genre des
Stilllebens, das in den Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler
von heute neu interpretiert wird. Zwar handelt es sich auch
bei diesen Darstellungen um Arrangements mit verschiedenen Gegenständen, deren Auswahl und Gruppierung nach inhaltlichen und ästhetischen Gesichtspunkten erfolgen.
Was sich jedoch augenfällig verändert hat, ist die Wahl der Gegenstände und die Art und Weise der Darstellung, die sich den ästhetischen Errungenschaften und Erfordernissen unserer Zeit angepasst haben. In raffinierten Kompositionen und mit großer Liebe zum Detail werden die Dinge in einer stillen Welt, die zwischen Realität und ihrer Auflösung liegt, inszeniert. Auch heute entzündet sich die Faszination der Künstler an der Reichhaltigkeit und Plastizität der Darstellung verschiedenartiger Oberflächen und an der symbolträchtigen Aufladung der in der Regel leblosen Gegenstände. Das Gegensatzpaar von Schönheit und sinnlichem Genuss und der Verweis auf Vergänglichkeit und Tod ist dabei weiterhin prägendes Element des Stilllebens. Charakteristisch für das moderne Stillleben ist seine im Vergleich zu den vorausgehenden Jahrhunderten veränderte Motivwahl: Auch Gebrauchsgegenstände des Alltags, Nebensächlichkeiten und Banalitäten sind bildwürdig und werden von den Künstlern mit Bedeutungen angereichert dargestellt, die sich im Spannungsfeld von individuellen und kollektiven Inhalten bewegen. Charakteristisch ist außerdem, dass den Mitteln der Kunst, also der Komposition und der verwendeten Technik, nunmehr großes Gewicht zugesprochen wird, und sie ins Zentrum rücken, ja sogar oft zum eigentlichen.